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13.09.2009 von shahi

Die Not der Eisbären

Ich habe hier die Situation der Eisbären in Alaska aus einer Fernseh-Dokumentation von Hannes Jaenicke zusammen gefasst:

Das langsame Sterben der Eisbären, die Eisbären in der Arktis sind akut bedroht. Durch die Umweltzerstörung und die damit einhergehende Eisschmelze. Das dicke Eis und die riesigen Eisschollen sind die Lebensgrundlage der Eisbären. Ohne das Eis können sie keine Robben jagen. Weltweit gibt es nur noch ca. 25000 Eisbären, Tendenz fallend.

Die Klimaerwärmung schreitet haltlos voran und mit ihr kommen die Geschäftemacher. Es werden schon jetzt Teile der Arktis mit Eisbrechern für immer eisfrei gemacht. Im weißen Paradies lockt das schwarze  Gold. Die Industrie will dort riesige Ölvorkommen ausbeuten und kann es  gar nicht erwarten bis das Eis verschwindet. Mit der Eisschmelze werden Öl und Erdgas zugänglich. Es werden Pipelines geplant, die das  Paradies zerstören – und mit ihm den Eisbär. Auch gibt es unter dem Eis große Fischschwärme. Die Meere sind leergefischt, doch diese Fische sind die Nahrungsgrundlage der Robben. Ohne Fische keine Robben,  ohne Robben, keine Eisbären. Es werden nur noch 50% der Eisbären älter als 2Jahre. Viele Babys sterben, weil die Mütter nicht mehr genug Milch haben. Sie müssen immer länger stillen, damit die Eisbären  überhaupt die Kraft haben sich von der Mutter zu entwöhnen. In der Arktis dauert es immer länger bis nach dem Sommer das rettende Eis kommt. Die Bären haben teilweise 8 Monate!!! nichts gefressen!!

Doch diese tragischen Umstände werden noch gnadenlos ausgenutzt. Es boomt der Eisbärtourismus, der groteske Formen annimmt. unter dem Deckmantel Bio-Tourismus, werden die Touris in überdimensionalen Monstertrucks zu den ausgehungerten Eisbären gebracht. Ein Bild wie in einem Starwars Epos. Diese Touristenstraßen durchziehen die Arktis. Mit Hubschraubern werden die geschwächten Tiere zusätzlich belästigt. Die Trucks werden mit Robbenfett beschmiert. Ein todsicheres Lockmittel. Doch was die Eisbären vorfinden sind nur gaffende, lärmende Touristen, die von der Tragik dieser Szenerie nichts mitbekommen…

Der Massenansturm und der Lärm, das Eindringen der Menschen in den Lebensraum der Bären, kostet die armen Tiere noch mehr Kraft und Energie–die sie längst nicht mehr haben. Manche sind zu schwach um von den Horden zu flüchten.

Eine andere Grausamkeit folgt gleich danach. Am Rande des Bärengebietes, wo die sogenannte Zivilisation anfängt, werden Lebendfallen aufgestellt. Die fast verhungerten Bären werden angelockt und gefangen.  Dann werden sie in eine Große Halle gekarrt und in Käfige eingesperrt. Man bekommt dorthin keinen Zugang und Leute mit Kameras werden von den Rangern weggejagt. Aber man weiß das die Bären dort nur Wasser  bekommen und eiskalt ihrer Freiheit beraubt werden.

Was macht das für einen Sinn? Es ist wieder ein lukratives Geschäft auf Kosten der Kreatur. Denn alle paar Wochen, wenn dieses grausame Gefängnis überfüllt ist, wird ein Bär publikumswirksam “in die Freiheit” entlassen. Doch das ist ein trauriges Schauspiel, das Hunderte zahlungskräftige Touristen mit ihrer Anwesenheit unterstützen. Das Tor der Gefängnishalle geht auf und auf einem Anhänger wird ein betäubter Bär rausgefahren. Die Abgase des Motors werden direkt in sein Gesicht geblasen. Der Bär ist anscheinend nicht ganz ohne Bewusstsein und bekommt noch viel mit. Aber er ist sowieso viel zu schwach und ausgehungert. Jetzt wird er in ein Netz gehievt und mit einem Hubschrauber in die Freiheit geflogen. Eine grausige, sinnlose Tortur für die geläuterten Tiere. Dem Tourist werden diese Aktionen als gute Taten teuer verkauft. Wie lange die restlichen Bären in dieser Halle verbleiben und ob überhaupt alle die Freiheit jemals wieder sehn -man weiß es nicht…

Vielleicht wird dann auch gleich Jagd auf sie gemacht. Und die Spur führt da auch nach Deutschland. Von hier aus kann man Eisbärjagd in Alaska legal buchen. Bärenjagd als elitäres, perfides Tourismus-Abenteuer.

Der Eisbär in Alaska, das größte Raubtier der Erde, schön wie ein Kuscheltier, gefährlich und doch faszinierend.  Sein Lebensraum grandios, eiskalt und unwirklich – ein letztes Paradies. Ein bedrohtes Paradies und die Lebensgrundlage dieser mächtigen, wunderschönen Tiere. Wenn dieser Lebensraum weiterhin systematisch zerstört wird und wir Menschen die Ressourcen der Erde gnadenlos und aus Profitgier ausbeuten, dann sterben die letzten Paradiese der Erde und mit ihnen deren Bewohner.

Carola Götz September 2009

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