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09.11.2009 von shahi

Email an Greenpeace

Original email an Greenpeace zum Thema Delfinschlachten in Japan im Oktober 2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit Bestürzung verfolge ich die Berichte über die Abschlachtung von tausenden Delfinen in Japan. Bestimmt muss ich Ihnen nichts erzählen über das skandalöse Geschehen in der Bucht von Taiji.

Mein Anliegen an Greepeace:

Warum gehen sie nicht dorthin und stoppen dieses brutale Massaker?
Haben Sie keine Möglichkeit auf die Japanische Regierung Druck auszuüben?

So etwas darf man nicht länger geschehen lassen. Hindern sie die Fischer daran weiter zu morden. Alle Welt muss erfahren was dort passiert. Mit Greenpeace vor Ort würden auch die Nachrichtensender im Fernsehen davon berichten.

Der Film “The Cove” ist nicht genug, denn in Japan wird er nicht gezeigt und die japanische Bevölkerung nimmt kaum Notiz von diesen Grausamkeiten. Die Medien dort transportieren diese Informationen nicht.

Mit meiner Mail möchte ich Greenpeace nicht anklagen sondern einen Hilferuf an Sie starten,- im Namen der Delfine!

Vielen Dank
Herzliche Grüße
Carola Götz

Antwort von Greenpeace:

Guten Tag Frau Götz,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Ihre Empörung und Ihr Entsetzen über das Delfinschlachten in Taiji teilen wir.

Greenpeace Mitarbeiter und die Greenpeace-Schiffe sind rund um die Welt an den Brennpunkten der Umweltzerstörung aktiv. Doch wir können nicht überall sein. Leider haben wir weder die personellen, noch die finanziellen Kapazitäten sieben Monate lang (zwischen Oktober und April ) auf der Lauer zu liegen um dann einzugreifen, wenn die Jagd in Taiji losgeht. Das tut uns mindestens ebenso leid, wie Ihnen.

Ein Großteil der Greenpeace-Arbeit besteht darin Umweltfrevel aufzuspüren, sie publik zu machen und mit langem Atem die Verantwortlichen davon zu überzeugen ihr Verhalten zu ändern. Diese Lobbyarbeit kann aber nur erfolgreich sein, wenn die Verursacher wissen – und es z.B. am Verhalten der Verbraucher auch zu spüren bekommen – dass eine breite Öffentlichkeit hinter den Greenpeace-Zielen steht. Erst dann entsteht der Druck der zum Erfolg führt.

Darum ist es auch im Fall von Taiji enorm wichtig, dass Sie aktiv der japanischen Botschaft (stellvertretend für die japanische Regierung) Ihre Empörung mitteilen. Bitte schreiben Sie sachlich, damit Ihr Brief auch gelesen wird.

Hier die Anschrift:

Botschaft von Japan
Hiroshimastraße 6
10785   Berlin
Tel.: 030-210 94-0
Fax: 030-210 94-222
Email: info@botschaft-japan.de
Internet: http://www.de.emb-japan.go.jp

Greenpeace-Japan hat es mit internationaler Unterstützung geschafft, den Walfang zu einem innenpolitischen Thema zu machen. Japanische Prominente und Künstler sprechen sich offiziell gegen den Walfang aus. Kritik am japanischen Walfang wird in den größten Tageszeitungen Japans laut, die Wirtschaftspresse drängt darauf den Walfang zu beenden. Ehemalige Küstenwalfangstationen verdienen mit Walbeobachtungsfahrten mehr Geld, als ehemals mit dem Walfang. Und große Unternehmen, die 32 Prozent des japanischen Walfangs finanzierten, zogen ihre Unterstützung zurück, so dass der Walfang ausschließlich aus japanischen Steuergeldern finanziert wird.

Unmengen an Wal- und Delfinfleisch lagern in den Kühlhäusern und finden selbst in Japan keine Abnehmer mehr. Mehr dazu finden Sie auf unserer Homepage unter folgenden Links:
http://www.greenpeace.de/themen/meere/nachrichten/artikel/japan_keine_importgenehmigung_fuer_walfleisch
http://www.greenpeace.de/themen/meere/nachrichten/artikel/japan_flipper_im_blutbad

Jahrzehnten aktiv und hat einige große Erfolge zu verbuchen, u.a. die Durchsetzung eines weltweiten Verbots der Treibnetzfischerei mit großen Hochsee-Treibnetzen, ein Verbot für alle Treibnetze in europäischen Gewässern, ein Walschutzgebiet um die Antarktis,
ein internationales Abkommen der Vereinten Nationen zu nachhaltiger Fischerei, Einstellung der Dünnsäure-Verklappung in der Nordsee, Beendigung der Atommüllversenkung und  Verbrennung giftiger Abfälle auf hoher See. Und die Szenarien über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere und ihre Bewohner sind mehr als erschreckend. Informationendazu finden Sie unter folgendem Link: http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/Klimawandel_Meere.pdf

Greenpeace setzt sich weltweit auch für ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten ein, um die schonungslose Ausbeutung und Zerstörung der Meere zu stoppen und Tier- und Pflanzenarten sowie einzigartige Lebensräume zu erhalten. Außerdem dienen diese Schutzgebiete auch der Fischerei, denn dort erholen sich Fischbestände und tragen damit zur Regeneration der umliegenden Fischereigebiete bei. Doch die weltweite industrielle Fischerei muss sich zu einer nachhaltigen Fischerei verändern, um auch zukünftig bestehen zu können. Ökologische Fischerei statt Raubbau. Schonende Fischereimethoden nach dem Vorsorgeprinzip – statt zerstörerischer Fangquoten.

Um auch Ihnen als Verbraucher Möglichkeiten zu bieten auf die Fischereipraktiken Einfluss zu nehmen, hat Greenpeace u.a. einen Fisch-Ratgeber herausgebracht. Sie finden ihn hier als Download:

http://www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei/

Unser Fischratgeber im Taschenformat soll Ihnen als ersten Schritt Ihre Kaufentscheidung erleichtern. Um ein Umdenken in der Fischindustrie und -handel zu erreichen bedarf es darüber hinaus Ihrer Mithilfe. Fragen Sie im Supermarkt oder an der Fischtheke nach, wo und mit welchen Methoden der Fisch gefangen wurde. Auch wenn Sie dazu keine hilfreichen Antworten erhalten und es manchmal etwas Mut erfordert, bleiben Sie am Ball. Sie haben als Kundin und Kunde durch Ihr Kaufverhalten und durch Nachfragen einen wichtigen Einfluss auf das Produktangebot! Auf Tiefkühlverpackungen finden sich oft unzureichende Informationen um welchen Fisch etc. es sich handelt. Schreiben Sie an die Firmen und fragen Sie nach Fischart, Fanggebiet, Fangmethode und Fisch-Einkaufspolitik des Unternehmens. Erklären Sie, dass Sie nur nachhaltig gefangenen Fisch wünschen. Sie haben ein Recht auf diese Informationen, fordern Sie sie ein.

Wenn Sie etwas gegen das Kleinwalschlachten in Japan tun möchten, dann schreiben Sie bitte an die Botschaft. Und unterstützen Sie uns in unserem Kampf für eine nachhaltige Fischerei weltweit und für eine Begrenzung des Klimawandels. Auch damit helfen Sie den Delfinen.

Greenpeace ist weiterhin in Japan und weltweit aktiv, um das Töten von großen und kleinen Meeressäugern zu verhindern und die Meere für all seine Bewohner lebenswert zu erhalten. Mit der Unterstützung vieler gleichgesinnter Menschen.

Herzlichen Dank für Ihren Einsatz.

Viele Grüße aus Hamburg

Susanne Timm
Information und Förderer-Service
Greenpeace e. V.
22745 Hamburg

Tel.:040-30618 – 222
Fax.: 040-30618-100
www.greenpeace.de

Der Brief an die Japanische Botschaft ist in Arbeit und wird wenn möglich mit einer Unterschriften-Aktion bekräftigt.

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